Spanien kämpft mit einer paradoxen Wohnungssituation. Einerseits herrscht in den großen Städten und beliebten Küstenregionen Wohnungsknappheit, andererseits stehen im Nordwesten, insbesondere in Galicien, tausende Wohnungen leer. Dies führt zu Problemen sowohl für Wohnungssuchende in den urbanen Zentren als auch für die ländliche Bevölkerung.
In Galicien sind fast 29 Prozent der Wohnungen unbewohnt, der höchste Wert in ganz Spanien. Gleichzeitig steigen die Immobilienpreise in den Städten, was es für Mieter zunehmend schwer macht, bezahlbaren Wohnraum zu finden.
Dieser Leerstand ist besonders in den Dörfern im Landesinneren sichtbar, wo viele Häuser verlassen sind und die Bevölkerung altert. Junge Menschen zieht es in die Städte oder ins Ausland, während ältere Menschen versterben und schwer verkäufliche Häuser hinterlassen. Oftmals werden diese Immobilien von Erben verwaltet, die kein Interesse an Renovierung oder Vermietung haben.
Das Ergebnis ist ein Ungleichgewicht: Es gibt genügend Wohnraum, aber nicht dort, wo er benötigt wird. Schätzungen zufolge fehlen landesweit fast eine Million Wohnungen. Die Regierung versucht, mit neuen Gesetzen den Mietmarkt zu regulieren, doch es gibt Konflikte mit regionalen Behörden bezüglich Zuständigkeiten und Umsetzung.
Galicien kritisiert zudem, dass ländliche Gebiete kaum von nationalen Wohnungsbauprogrammen profitieren. Für Ausländer, die in Spanien leben oder einen Zweitwohnsitz suchen, bietet Galicien einen interessanten Kontrast.
Während die Preise in Küstenorten steigen, veröden ganze Dörfer im Landesinneren. Einige Gemeinden versuchen, ausländische Bewohner mit günstigen Häusern und Renovierungszuschüssen anzulocken. Die Reaktivierung dieser leerstehenden Wohnungen gestaltet sich jedoch schwierig. Viele Häuser sind veraltet, schlecht isoliert oder liegen in Regionen mit wenigen Arbeitsplätzen. Zudem sind spanische Banken bei der Vergabe von Hypotheken für stark verfallene Immobilien zurückhaltend. Dies führt dazu, dass tausende Wohnungen ungenutzt bleiben, während die Nachfrage in den Städten weiter steigt.
Quelle: Agenturen




